Trauringkurs – Unsere Erfahrungen

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Ich weiß noch genau als wir uns dieses Jahr im Winter mit Maria und Michael von Runde Ringe für ein erstes Kennenlernen getroffen haben. In ihrer Online-Terminbuchung hatten wir eigentlich angegeben wir würden keine Ringe selbst schmieden wollen, sondern sie von ihnen anfertigen lassen. Eigentlich…und dann kam, wie so oft, alles ganz anders.

Auf sie aufmerksam geworden sind wir schon letztes Jahr bei unserem Besuch der Messe Hochzeitstage in München. Eigentlich waren wir nicht zum Ringe anschauen auf der Messe und doch blieben wir bei dem ein oder anderen Stand hängen. Ein bisschen Inspiration kann ja nicht schaden! Wir waren uns bis dahin sicher: ein Profi soll da ran, damit diese wertvollen Schmuckstücke perfekt werden. Als wir bei Maria vorbeikamen, waren wir sofort überrascht von der Individualität ihrer Stücke. Da sieht man sofort: das ist keine Stangenware, hier wird mit Liebe zum Detail gearbeitet. Sie erzählte uns von ihren Trauringkursen und wir waren interessiert, dennoch etwas skeptisch. Was wenn wir es nicht hinkriegen und bis ans Ende unseres Lebens mit hässlich unförmigen Ringen am Finger herumlaufen müssen? Das wird man doch sehen, dass die nicht vom Profi sind…ich kann euch jetzt sagen, das stimmt nicht!

 

Ihren ganz eigenen Charme versprüht die Werkstatt von Runde Ringe durch die vielen liebevollen Details.

 

Beim besagten Termin, war vor allem mein Mann immer noch nicht so ganz überzeugt von der Vorstellung einen Ring selbst anfertigen zu können. Als uns Michael den genauen Ablauf eines solchen Kurses beschrieb, verlor nun auch er so langsam seine Unsicherheit. Michael und Maria versicherten uns: wir kriegen das hin! Wir fanden immer mehr gefallen an der Vorstellung, dass jeder für den Anderen den Ehering mit seinen eigenen Händen anfertigen würde und buchten den Trauring-Schmiedekurs bei ihnen. Und wir finden immer noch, dass es die beste Entscheidung war. Es hat so viel Spaß gemacht mit zwei weiteren Pärchen im Kurs an den Ringen für unsere Partner zu arbeiten. Es wurde in ausgelassener Runde über Hochzeitsvorbereitungen gequatscht und viel über das Goldschmiede-Handwerk gelernt. Ein tolles Gefühl bei der Entstehung der eigenen Ringe dabei zu sein. Sehr spannend anzusehen war auch die Anfertigung der Ringe der anderen Kursmitglieder, da sie zum Teil mit ganz anderen Materialien gearbeitet haben oder auch ein ganz anderes Finish bekommen haben. Von Hammerschlag, Facettierung bis schlichte Mattierung der Ringe war alles dabei. In der nachfolgenden Fotoserie könnt ihr die Entstehung unserer Eheringe mitverfolgen 😉.

1. Ausgangsmaterial

Ausgangsmaterial unserer Trauringe

Die Wahl des Ausgangsmaterials mit dem wir am Kurstag losgelegt haben war für uns eine sehr schwere Entscheidung. Im Vorgespräch durften wir ein ganzes Sortiment an Ringen in den verschiedensten Stärken, Materialien und Oberflächen durchprobieren. Uns gefielen viele Modelle und wir legten uns zunächst auf die Form und Breite fest. Beim Material schwankten wir lange zwischen Rotgold und Roségold. Letztendlich entschieden wir uns für 750 Roségold in der Breite 3 mm für mich und in 4,5 mm für meinen Mann. Auf die finale Oberflächenstruktur unserer Eheringe konnten wir uns bis dahin aber noch nicht festlegen… Auf dem Foto seht ihr die auf die richtige Länge zugeschnittenen Rohlinge, die wir am Kurstag erhalten haben. Dabei handelt es sich um ein Golddraht mit einem ovalen Profil. Kaum zu glauben, dass daraus mal echte Ringe werden sollen!

2. Rundbiegen

Rundbiegen unserer Eheringe

Im ersten Schritt haben wir den Golddraht mit einer Zange und durch gezielte Schläge mit einem Kunststoffhammer rundgebogen. Es gilt die beiden Enden zusammenzubringen und den Ring zu schließen. Dabei sieht der Ring am Ende dieser Prozedur gar nicht so richtig rund aus, sondern eher eiförmig. Genau so ist es auch richtig, wurde uns versichert.

3. Vorbereitung für das Löten

Damit die Enden sauber zusammengelötet werden können, wird mit einer Laubsäge durch die Fuge gesägt. Dabei ist Geschick gefragt, damit nicht versehentlich schräg gesägt wird. Gar nicht so einfach, aber zum Glück standen uns Maria und Michael immer mit Rat und Tat zur Seite.

Einsägen einer Fuge zum Vorbereiten des Lötvorgangs

Unsere Ringe mit eingesägter Fuge vor dem Löten

4. Löten

Zum Thema Löten haben wir einiges an Theorie erklärt bekommen, was wirklich interessant war. Den Lötvorgang selbst haben die Profis für uns übernommen und wir durften dabei unterstützen. Mit Schutzbrille ausgerüstet sollten wir das Material mit Hilfe eines Bunsenbrenners auf die richtige Temperatur bringen und auch beim Löten selbst an den richtigen Stellen warmhalten.

Schutzbrille nicht vergessen!

 

In diesem Video könnt ihr den Lötvorgang eines unserer Ringe mitverfolgen. Wie ich finde eine sehr interessante Sache und auf jeden Fall sehenswert.

 

 

Beim Löten wird ein Stück Lot auf die Fuge des erhitzen Rings gelegt. Dadurch schmilzt das Lot, fließt in die Fuge und verbindet so beide Ringenden fest miteinander. Übrigens wird Platin sogar geschweißt 😮.

Frisch verlötete Enden unserer Trauringe

Nach dem Lötvorgang haben wir unsere Ringe noch in einem Schwefelsäure-Bad abgebeizt. Dadurch wurde das Gold gereinigt und wieder aufgehellt.

5. Rundschlagen und Stauchen

So richtig rund sehen unsere Ringe immer noch nicht aus. Das soll sich jedoch in diesem Arbeitsschritt ändern, die Ringe werden endlich rund! Das Rundschlagen ist mir von allen Arbeitsschritten am schwersten gefallen. Die Ringe werden auf ein Ringdorn gesteckt und unter ständigem Zug nach unten mit dem Hammer rund geschlagen. Hier wird Kraft benötigt und das Geschick sich nicht dabei auf die Finger zu hauen… Je breiter der Ring, desto länger kann das ganze dauern. Mein Mann hatte da mit meinem schmalen Ring definitiv weniger Arbeit als ich und war schon nach wenigen Minuten fertig. Aber auch ich bin stolz den Ring rund bekommen zu haben ohne dass dabei die Lötstelle aufgebrochen ist (und ohne meine Finger zertrümmert zu haben).

Rundschlagen der Eheringe auf einem Ringdorn

Damit die Ringe auch die richtige Größe bekommen, werden sie nach dem Rundschlagen mit einer speziellen Presse gestaucht. So sind die Ringe am Ende auch ganz sicher rund 😉. An dieser Stelle wurden wir dann in die Mittagspause entlassen und durften unsere frisch gestauchten Ringe dabei zum ersten Mal Probetragen. Nach der Pause wurden die Ringe dann noch auf die finale Größe gestaucht, falls notwendig.

6. Schleifen und Polieren

Das Schleifen, ein sehr zeitintensiver und mühevoller Schritt und trotzdem oder gerade deswegen mein liebster Schritt bei der Ringherstellung. Hier ist der fertige Ehering schon zum Greifen nah und wird mit jeder feineren Körnung des Schleifpapiers schöner und schöner. Wir haben gelernt unsere Ringe mit unterschiedlichen Schleif-Techniken und Körnungsgraden zu bearbeiten, so dass auch die kleinste Unebenheit beseitigt wurde. Den wortwörtlich letzten Schliff haben wir den Ringen dann mit ganz feinem Schleifpapier verliehen.

Schleifen der Ringe

Schleifend er Ringe mit Schleifpapier
Unsere fertig geschliffenen Eheringe

7. Finish

Spätestens jetzt sollte man sich für ein Finish, bzw. Oberflächendesign entschieden haben. Während sich die anderen Kursteilnehmer für eine Hammerschlag-Struktur oder glatte Politur entschieden haben, waren wir bis zuletzt von einer Facetten-Struktur auf unseren Ringen überzeugt. Naja, es stellte sich heraus, dass nur noch ich mich für dieses Oberflächendesign unserer Ringe begeistern konnte, mein Mann sich jedoch während der Ringherstellung bereits umentschieden hatte. Gegen eine Facetten-Struktur und für einen einfachen matten Schliff. So sollte es sein und ich durfte bis zuletzt am Trauring meines Mannes arbeiten und ihm einen matten Look verpassen. Die Facetten-Struktur meines Eheringes hat dann doch lieber der Profi mit Hilfe einer Feile für uns eingebracht. Die letzte Mattierung hat dann auch mein Ring mit etwas Bimsmehl bekommen. Da durfte dann sogar wieder der Mann ran 😉. Für alle Interessierten: die Hammerschlag-Struktur durfte das andere Paar komplett selbstständig in ihre Ringe einbringen. Denn hier kann einfach weniger schief gehen und man braucht weniger Übung, als beim Feilen einer regelmäßigen Facetten-Struktur.

8. Gravur

Bei der Gravur durften wir zwischen Hand- und Lasergravur wählen. Da wir uns unsere Inschrift in persönlicher Handschrift gewünscht haben, entschieden wir uns auf Empfehlung für die Lasergravur. Diese gibt die eigene Handschrift unverändert wieder, während jeder Handgraveur unbewusst seine persönliche Note mit hineinbringt (was auch sehr schön sein kann). Und weil mein Ring sowieso schon relativ schmal ist, würde sich die Handgravur in persönlicher Handschrift hier besonders schwierig gestalten. Wir bereuen es nicht, die Gravur ist echt wunderschön geworden!

Lasergravur mit unserer Handschrift

 

So und weil es so schön für uns war und unsere Ringe so besonders für uns sind, konnte ich es mir nicht nehmen lassen ein kleines Shooting mit ihnen zu veranstalten. Das Ergebnis seht ihr in dieser Fotostrecke:

Ganz zum Schluss möchte ich noch einmal betonen, dass ich in keinster Weise von Maria oder Michael von Runde Ringe zu diesem Beitrag ermutigt wurde. Ich habe mich selbst dazu entschieden diesen sehr persönlichen Beitrag zu schreiben, weil ich unsere Erfahrungen zu diesem Thema mit euch teilen wollte. Vielleicht gibt es Paare, denen es genauso geht wie uns vor diesem Kurs? Dann würde es mich sehr freuen, wenn ich dem ein oder anderen vielleicht die „Angst“ vor einem solchen Trauringkurs genommen habe. Oder vielleicht nützt dieser Beitrag auch einer verzweifelten Braut ihren Zukünftigen von solch einem Kurs zu überzeugen? Übrigens stellte sich heraus, dass mein sonst nicht so künstlerisch begabter (bzw. interessierter) Mann ein Naturtalent beim Ringschmieden ist. Alle Schritte gingen ihm leicht von der Hand und das ein oder andere Mal musste ich sogar bei ihm Spicken 😉. Und das als DIY-Bloggerin… Maria meinte zum Schluss auch, dass es oft gerade die Unsicheren sind, die den Kursen mit Leichtigkeit meistern.

Alles in allem war es wirklich eines der schönsten Erlebnisse unserer Hochzeitsvorbereitungen 💕

Danke Maria & Michael

2 Kommentare

  1. Coole Idee. Ich denke man kann noch so teure Trauringe kaufen… Wenn man sie selbst gemacht hat, wird das für immer was Besonderes sein und man kann sich daran zurückerinnern. Ich werde das vielleicht auch machen… Danke für die Idee! 🙂

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