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Projekt Herbarium – Teil 1

Dem Thema Herbarium widme ich gleich ein ganzes Projekt, weil ich zeigen möchte, dass sie ganz und gar nicht langweilig oder altmodisch sind :). In Teil 1 meines Projekts Herbarium geht es um die Idee dahinter, worauf man beim Anlegen eines Herbars – vom Sammeln bis zum Pressen – achten sollte und das vielleicht Wichtigste: Wie bestimme ich als Normalsterblicher am einfachsten meine Pflanzen?

Die Idee

Getrocknete Blumen an sich haben schon etwas Schönes, aber Herbarien sind, wie ich finde, das Sahnehäubchen der Pflanzenkonservierung. Sicher verbinden die meisten ein Herbarium (lat. herba = Kraut) mit dem Biologieunterricht der 8. Klasse. Aber das Anlegen eines Herbars kann weit mehr sein, als das stupide Zusammensuchen von Laubblättern.

getrocknete Rosen

Dabei muss unterschieden werden: Soll es eher ein wissenschaftliches Herbarium à la Linné werden, mit genauer Angabe der Art, Familie, dem Stand- und Fundort etc. (siehe Bild oben), oder soll es eher nur zum Spaß sein und vor allem besonders schöne Pflanzen enthalten. Ich bin für Letzteres. Zwar haben die wissenschaftlichen Herbarien auch was, aber beim Gestalten des eigenen Herbars kann man auch ruhig einmal kreativ werden, finde ich. So kann es zum Beispiel als eine Art Fotoalbum zur Erinnerung an besondere Ausflüge angelegt werden – gepresste Pflanzen als Momentaufnahmen. Als Alternative auch im Stil eines Tagebuchs mit sorgfältiger Eintragung des Datums und einer kleinen Story oder Informationen zur gesammelten Pflanze. Oder für die Künstler unter euch mit eigenen Handskizzen zu den Früchten der jeweiligen Pflanze. Egal für was man sich entscheidet, es ist auf jeden Fall nicht langweilig! Und für was ich mich entscheide seht ihr dann hoffentlich in Teil 2 des Projekts ;).

Die Bestimmung

BlumenCloseup

Ein netter Nebeneffekt der beim Anlegen eines Herbars auftritt ist, dass man nun wieder die gängigsten Wiesenblumen beim Namen nennen kann. Gleichzeitig nimmt man die lokale Flora etwas genauer unter die Lupe und plötzlich wächst da nicht nur Grünzeug am Straßenrand, sondern Hahnenfuß, Hornklee, Taubnessel oder Stiefmütterchen. Aber wie kann ich denn jetzt meine Pflanzen am einfachsten bestimmen? Es gibt eine Reihe toller Bestimmungsbücher und Apps, hier meine 3 Favoriten:

 

  • Was blüht denn da? von Kosmos – sehr einfach; es kann nach Blütenfarben bestimmt werden
  • LikeThat Garden für iOS – immer mit dabei; Foto machen und bestimmen lassen, geht auch mit Schmetterlingen
  • Schmeil-Fitschen von Quelle & Meyer – für Profis; exakte Bestimmung mittels Bestimmungsschlüssel

Worauf sollte außerdem geachtet werden?

  • mehrere, nicht zu große Exemplare sammeln
  • möglichst auch die Früchte sammeln (bei manchen Arten für die Bestimmung erforderlich)
  • möglichst sofort bestimmen, ansonsten können Merkmale verloren gehen

Nicht sammeln darf man:

  • geschützte Pflanzen und gefährdete Arten (Rote-Liste-Arten)
  • in Naturschutzgebieten

Es gilt daher die Regel: erst bestimmen, dann pflücken.

Das Pressen

ausschnitt schrauben

Kommen wir nun zum allesentscheidenden Teil, dem Pressen des Pflanzenmaterials. Befolgt man hier einige Grundregeln, kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Zum Pressen eignet sich am besten eine Pflanzenpresse, die aus 2 Sperr- holzplatten, 4 langen Zylinderschrauben und 4 Flügel- muttern mit Beilagscheiben, schnell selbst gebaut werden kann. Aber ein paar dicke Bücher zum drauflegen tuns natürlich auch! Die Pflanzen legt man dann am besten zwischen zwei Lagen Zeitungspapier. Von Küchenpapier ist eher abzuraten. Bei dicken Pflanzen sollte für eine gleichmäßigere Pressung zusätzlich ein Stück Wellpappe aufgelegt werden. Wichtig ist außerdem, dass die Pflanzen vor dem Pressen in die richtige Lage gebracht werden. Blätter sollten dabei nicht übereinander liegen. Für ein optimales Ergebnis muss ab und an das Zeitungspapier ausgewechselt werden, da die Pflanzen sonst schimmeln können. Generell gilt: Je schneller die Pflanzen gepresst werden, desto besser im nachhinein die Qualität (Farbe bleibt erhalten und Blüten sind geöffnet).

Dann steht dem Herbarisieren ja nichts mehr im Wege. Im nächsten Teil bekommt ihr dann schon einen kleinen Einblick in mein Herbar und ein paar Tipps zum fixieren der Pflanzen auf dem Papier. Dies kann allerdings noch eine Weile dauern, der Sommer ist ja schließlich noch lang und dementsprechend gibt es noch viel zu sammeln :).

Na dann, fröhliches Pressen!

Isabella

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