2 In Nähen

Nähanleitung Maxirock für Anfänger

Zum ersten Mal habe ich mich an ein richtiges Nähprojekt gewagt 😱. Die Idee zu diesem Projekt entstand allerdings eher unfreiwillig… nach einer langen, frustrierenden Shopping Tour. Wie kann das sein, sind Maxiröcke schon wieder Out? Dann mach ich es mir eben selbst, so wie es mir gefällt! Nach mühsamer Recherche nach einem passenden Schnittmuster, bin ich auf das kostenlose Schnittmuster von Pattydoo gestoßen. An diesem habe ich dann noch ein paar Änderungen vorgenommen, damit es zu einem Maxirock nach meinen Vorstellungen wird. Den wunderschönen Popeline-Modal Mix Stoff habe ich in dem süßen Laden Stoff & Co. gefunden und wurde dort auch super beraten. Auch wenn das Schnittmuster für Anfänger geeignet ist, habe ich ein ganzes Wochenende für diesen Rock gebraucht. Allein für das Zuschneiden habe ich gefühlt Stunden gebraucht (wie bändigt man zweieinhalb Meter Stoff zum Anzeichnen des Musters…). Aber mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden 😊. Seid ihr jetzt auch auf den Geschmack gekommen? Dann rann an die Nähmaschine und arbeitet euch ganz einfach durch meine Schritt für Schritt Anleitung durch.

Material


Ihr braucht:

  • Näh-Krimskrams wie Maßband, Abstecknadeln, Markierstift, Schere, Faden, etc.
  • Stoff (z.B. Popeline-Modal Mix oder Chiffon)
  • Gummiband (Breite z.B. 4 cm)

Meine Nähmaschine ist übrigens das Modell N 1615 von der Marke W6. Sie hat meiner Meinung nach ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Gekauft habe ich sie hier bei Amazon.

1. Stoff  waschen & bügeln

Unabhängig davon für welchen Stoff ihr euch entschieden habt, solltet ihr ihn unbedingt zuerst waschen. Beachtet dabei die Hinweise für den entsprechenden Stoff. Das ist zwar nervig, aber sehr wichtig, weil die meisten Stoffe einige Zentimeter nach dem Waschen eingehen. Nach dem Trocknen würde ich noch einmal drüber bügeln, damit man das Schnittmuster gut auf den anschließend faltenfreien Stoff übertragen kann.

2. Erstellung eines Zuschnittplans & der Schnittvorlagen

Für die Berechnung der Zuschnitte habe ich folgende Formeln verwendet:

Bundbreite = Hüftumfang / 2 + Zugabe + 2 x Nahtzugabe
Rockbreite = (Hüftumfang / 2 + Zugabe) x Kräuselfaktor + 2 x Nahtzugabe

Für die Nahtzugabe habe ich jeweils 1 cm verwendet und als Kräuselfaktor 2,5. Der Kräuselfaktor bestimmt wie stark sich der Rock in Falten legt. Hier könnt ihr natürlich auch einen kleineren, oder größeren Wert nehmen. Die Berechnung der Bund- und Rockbreite hilft euch dabei wie viel Stoff ihr insgesamt benötigt und sollte deshalb im Vorfeld berechnet werden. Auf dem Bild sind alle benötigten Schnittteile zu sehen. Die Schnitteile würde ich mir anschließend auf Papier in den entsprechenden Maßen zurechtschneiden. Mit dieser Papiervorlage lassen sich die Zuschnitte dann genau anzeichnen.

Bei der netten Verkäuferin des Stoffladens habe ich außerdem gelernt, dass man die Zuschnitte immer in Richtung des Fadenlaufs legt. Das bedeutet, dass die Höhe der Teile in Laufrichtung eingezeichnet werden, so dass der Stoff des Rocks in Fadenrichtung getragen wird (hängt also in Laufrichtung nach unten zum Boden). Das ist wichtig für die Haltbarkeit des Kleidungsstücks. Die Laufrichtung ist übrigens immer die Richtung, in die der Stoff aufgewickelt und gelagert wird.

3. Anzeichnen & Ausschneiden der Schnittteile

Ist der Zuschnittplan erstellt, kann mit dem Anzeichnen und Ausschneiden der Schnitteile begonnen werden (der wie ich finde mühsamste Schritt). Zum Anzeichnen könnt ihr Schneiderkreide oder auch ein Stück zugespitzte Seife nehmen (wie ich auf dem Bild). Mit den zuvor erstellten Papiervorlagen sollte das Anzeichnen eigentlich relativ schnell gehen (vorausgesetzt man hat genug Fläche um den Stoff gerade auszubreiten).

Falls ihr wie ich Schwierigkeiten habt zu erkennen was die Vorder- bzw. Rückseite des Stoffes ist, hier ein kleiner Tipp. Am Rand des Stoffes müssten kleine Einstichstellen von der Produktion zu erkennen sein. Die Seite, auf der die Einstichstellen glatt sind, ist die Vorderseite des Stoffes (zweites Foto). Dort wo die Einstiche ausgefranst sind, ist die Rückseite (erstes Foto).

Rückseite (Bild 1) und Vorderseite (Bild 2) des Stoffes.

4. Kräuseln der Rockteile

Nach dem Zuschneiden der Schnittteile kann mit dem Kräuseln der beiden Rockteile begonnen werden. Stellt dazu eine möglichst große Stichlänge auf der Nähmaschine ein. 

 

Mit dieser Einstellung werden zwei Bahnen im Abstand von 2 mm bzw. 5 mm von der Stoffkante aus genäht. Bei einem dünnen Stoff kräuselt sich der Stoff schon beim Nähen der Bahnen etwas von selbst. Zieht dann an den beiden Fadenenden um den Stoff noch weiter zu kräuseln.

Der Stoff wird so lange zusammengezogen, bis die Breite des Bundteils erreicht ist. Dann werden die Fadenenden festgeknotet, damit die gekräuselte Breite beibehalten wird. Das ganze wird für das zweite Rockteil wiederholt.

5. Zusammennähen der Rockteile

Die beiden gekräuselten Rockteile werden im nächsten Schritt miteinander vernäht. Hierzu einfach beide Teile rechts auf rechts übereinanderlegen, mit Abstecknadeln fixieren und dann zusammennähen.

Die meisten von euch werden wie ich keine Overlock-Maschine besitzen. Demnach müssen die Nahtzugaben in einem weiteren Schritt noch versäubert werden, damit die Enden nicht ausfransen (mein Popeline-Modal Mix franst leider extrem aus). Ich habe mit Hilfe eines Zickzack-Stichs mit einer kleinen Stichlänge meine Nahtzugaben nach dem Zusammennähen versäubert. Probiert das am Besten zuerst mit einem Stück Stoffrest aus.

6. Bund zusammen- & an Rock nähen

Beide Bundteile rechts auf rechts legen, an beiden Seiten zusammennähen und versäubern. Den Bundring in der Mitte falten (links auf links) und bügeln.

Jetzt wird der Bundring gleichmäßig mit Nadeln an den Rock festgesteckt. Hierzu zunächst die Mitte des Rocks und der des Bundrings markieren und übereinanderlegen.

Anschließend auch den restlichen Stoff am Bund feststecken. Den Bund mit dem Rock vernähen und versäubern. Dabei ca. 5 cm für das Einfädeln des Gummibandes offen lassen.

7. Gummiband einfädeln & zusammennähen

Das Gummiband wird durch die 5 cm Öffnung, die am Bund offen gelassen wurde durchgefädelt. Das Einfädeln klappt besser, wenn man eine Sicherheitsnadel am Ende des Gummibands befestigt. Diese fühlt man besser im Bund und kann so einfacher durch diesen geführt werden. Ihr könnt auch eine Schnur an der Sicherheitsnadel befestigen und das Gummi so durch den Bund ziehen.

Anschließend könnt ihr euren Rock einmal probieren und so die optimale Länge des Gummibandes bestimmen. Die beiden Enden des Gummibandes werden ca. 2 cm übereinander gelegt und miteinander vernäht. Hierfür unbedingt einen Zickzackstich mit großer Stichlänge verwenden.

Den Stoff des Bundes dann auf die Länge des Gummibands verteilen und die 5 cm Öffnung zunähen.

8. Saum nähen

Zuletzt wird die Saumkante des Rocks umgenäht, um einen sauberen Abschluss zu bekommen. Je nachdem wie breit euer Saum sein soll, schlagt ihr dazu mehr oder weniger Stoff um. Mein Saum ist ca. 1 cm breit. Wichtig dabei ist, dass ihr den Saum zweimal umschlagt (wie auf dem Foto), so dass das abgeschnittene Ende des Stoffes im Saum versteckt wird. Durch Bügeln des umgeschlagenen Endes kann der Saum besser mit Nadeln abgesteckt werden.

Anschließend den Saum mit einer einfachen Naht festnähen. 

Zum Schluss würde ich noch einmal über alle vernähten Enden bügeln, damit auch alles in seine richtige Form kommt.

9. Gürtelschlaufen annähen

Wer möchte, kann sich noch zwei Gürtelschlaufen annähen. Diese können natürlich auch vor dem Annähen des Bundes an diesen genäht werden (bei mir war das eher so ein spontaner Endschluss).

Fertig!

 

Ich hoffe es hat euch so viel Spaß gemacht wie mir 😊.

Bid bald,

eure Isabella

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2 Comments

  • Reply
    Cailin
    15. August 2017 at 20:34

    Hallo Isabella, das sind aber schöne Fotos! Das Licht, einfach super!
    Viele Grüße, Cailin

    • Reply
      Isabella
      15. August 2017 at 21:17

      Hallo Cailin,
      vielen Dank 😊 Da hatten wir richtig Glück mit dem Wetter. Die Fotos wurden kurz vorm Sturzregen mit Gewitter geschossen 😁.

      Liebe Grüße, Isabella

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